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Grafikkarten
Spannungswandler, wie wichtig ist hier die Kühlung?
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Hersteller: |
Gainward, Arctic Cooling |
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Rubrik:
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Grafikkarten Kühlung
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Testzeit: |
2 Tage |
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Getestet am: |
Dezember 2005 |
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Preis: |
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Mit einem heiklen Thema haben wir uns die
letzten Tage befasst, und zwar ging es um die Spannungswandler auf den
Grafikkarten. In einigen Foren kann man immer mehr beobachten, dass User
über kaputte Grafikkarten klagen. Speziell ist die Verwendung eines
bestimmten Kühlers erwähnt, des Silencer von Arctic Cooling. Diese
Kühler gibt es mittlerweile für alle gängigen Grafikkarten, egal ob 9800
oder 7800 GTX. Der Unterschied ist nur, dass die Karten immer höheren
Leistungen und Temperaturen ausgesetzt sind und die Kühlmaßnahmen der
Hersteller stiegen. Bestes Beispiel sind die neuesten 7800 GTX oder
X1800XT Karten, die enormen Temperaturen ausgesetzt sind.
Wir hatten schon eine normale und eine 512
MB Variante der 7800 GTX im Test. Da auch hier speziell auf
Spannungswandler-Kühlung geachtet wird, sind wir der Frage nachgegangen,
was passiert, wenn der Passivkühler nicht in die Kühlung integriert
wird. Was ist, wenn man einen GPU Kühler verwendet, wo
Spannungswandler-Kühlung nicht mit einberechnet wurde? Wie groß sind die
Temperaturunterschiede? Wie warm dürfen sie werden? Das alles haben wir
bei nVidia und Arctic Cooling nachgefragt. Das sind alles Fragen, denen
wollen wir ein wenig auf den Grund gehen, denn die User, deren Karten
kaputt sind, werden sich das Thema nicht aus der Nase saugen.
Warum haben wir speziell den Silencer
angesprochen? Wir verwenden diesen speziellen Kühler schon seit mehreren
Versionen, nie hatten wir Probleme. Doch einige User berichten von
anderen Erlebnissen. Der Silencer ist so aufgebaut, dass
Spannungswandlerkühlung nicht eingebunden ist. Das haben wir zwar schon
bei mehreren Tests bemerkt, uns aber nie ernsthaft darüber Gedanken
gemacht. Dieses selbe Problem hat man aber auch mit Wasserkühler für die
Grafikkarte, die nicht Spannungswandler mitkühlen. Da der Luftstrom
ausbleibt, werden diese nur passiv gekühlt und sind so von der
Innentemperatur des Gehäuse abhängig.. Bei Wasserkühlung ist das auch
der Fall aber nicht so grob wie beim Silencer, da dieser zusätzlich den
Passivkühler abdeckt und so einen kleinen Stau verursacht.

An diesen beiden Bildern kann man gut
erkennen, was gemeint ist. Wenn man den originalen Kühler abnimmt,
bleibt noch der Passivkühler für die Spannungswandler oben. Wenn man
dann den Silencer montiert, liegt der Lüfterteil genau über dem
Passivkühler. Die Folge: Der Passivkühler bekommt keine Luft ab und der
Kühler samt der Spannungswandler werden warm.

Anders ist das beim originalen Kühler von
nVidia. Dieser ist so konzipiert, dass auch der Spannungswandlerkühler
mit Luft versorgt wird. Das wirkt sich natürlich deutlich auf die
Temperatur des Kühlkörpers, ergo der Spannungswandler. Was macht das in
Grad aus und wie warm darf so ein Teil werden? Das kann uns natürlich
nur der Hersteller selber beantworten, was wir natürlich hinterfragt
haben.
Statement von Arctic
Cooling:
"Auf den Karten werden die Transistoren
mit einem passiven Al Profil gekühlt. Wir haben völlig unkritische Werte
von bis zu 70°C gemessen. Ein Transistor funktioniert einwandfrei bis
über 120°C. Es gibt Beispiele wo sich der Transistor funktionierend
ausgelötet hat - funktionierend natürlich nur bis er runtergefallen ist.
Im Dauerbetrieb würde ich nicht über 90°C empfehlen, da sonst die
Lebensdauer leidet. Bei den Mainboards hat man damit schon lange
Erfahrung. Fakt ist, dass Transistoren selbst bei sehr ungünstigen
Verhältnissen äusserst selten ausfallen. Die Elkos sind das Problem,
weil dort oft gespart wird (Spezifikationen nicht eingehalten werden)
und durch hohe Temperaturen sich die Lebensdauer rapide verringert.
Elkos sollten im Dauerbetrieb nicht wärmer als 70°C werden."
Was sind Elkos?
Elektrolytkondensatoren, kurz Elkos, sind
Standardbauteile, die in den Netzteilen und Spannungswandlern eines
jeden PC stecken. Spannungswandler wie in unserem Beispiel in
Grafikkarten. Wenn der Hersteller hier spart oder der Anwender sie
durch Übertakten oder ungenügende Kühlung übermäßig strapaziert,
können die verschiedensten Symptome die Folge sein: Unerklärliche
Systemabstürze, Schreib-/Lesefehler bei der Festplatte oder optischen
Medien, Probleme mit der Grafikkarte. Es können ebenfalls spätere
Schäden an der Grafikkarte nicht ausbleiben. Mehr zu Elkos könnt ihr in
einem Artikel von
C't finden.
Wenn also Systeme, speziell Grafikkarten
in Verbindung mit dem Silencer, über Defekte klagen, dann liegt es nicht
an der Bauform des Silencer, sondern eher an einem Zusammentreffen aller
negativen Faktoren. Schlechte Kühlung im System, häufiges Übertakten der
Grafikkarte oder billige Bauteile, sprich Elkos, auf der Karte. Diese
Faktoren, kombiniert mit einem Kühler, der die Spannungswandler nicht
mitkühlt, kann also eventuell einen Schaden hervor rufen. Deswegen kann
man gleich vorweg sagen, dass der Silencer generell keine Schuld an
kaputten Grafikkarten, bzw. deren Spannungswandler hat.
Um welche
Temperaturen geht es hier?
Im Statement von Arctic Cooling konnten
wir lesen, dass Temperaturen der Spannungswandler bis 70° Grad gemessen
wurden. Da wird man gleich nachfragen, wie warm nun diese werden, wenn
der originale Kühler von nVidia oben ist? Das haben wir mit einem
externen Temperaturfühler nachgemessen.

Von den Messungen her haben wir natürlich
nicht die beste Lösung. Trotzdem ist es uns ein guter Anhaltspunkt, um
die beiden Kühler miteinander vergleichen zu können. Der Fühler wurde
während der beiden Messungen nicht entfernt, auch nicht während des
Kühlertauschs. Wie man am Bild sehen kann, wurde die Temperatur vom
Kühlkörper entnommen. Gemessen wurde im geschlossenen Gehäuse. Als
Messwert wurde die höchste Temperatur unter Vollast verwendet.
Dafür haben wir
das System eine Stunde laufen lassen, und
mehrere Loops 3DMark 2005 verwendet, um
das System optimal aufzuwärmen. Danach wurde der höchste Wert während
eines Benchmarks verwendet.
Testsystem:
-
Athlon 64 X2 4800+
-
ASUS A8N-SLI
-
OCZ Gold 3500 GX DDR Ram
-
Gainward Geforce 7800 GTX 512 MB
-
2x WD 74 GB Raptor Raid 0
-
Coolermaster Stacker Case
-
2 Stück 120 mm Gehäuselüfter 7V
-
be quiet Blackline 2 BQT
P5-470W-S1.3
-
Antec True Power 2 für Grafikkarte
und HDD
-
Arctic Cooling Freezer 64 Pro

Die hier angegebenen Temperaturen gelten
als Vergleich und sind nicht 100% genau, da der Fühler nicht direkt an
den Spannungswandlern, sondern nur am Kühlkörper war. Wenn man einen
eindeutigen Wert erreichen will, muss man genau dort messen, wo die
Spannungswandler die Wärme produzieren und nicht nur am Kühlkörper. Uns
hat lediglich der Unterschied zwischen den beiden Kühlern interessiert.
An den erreichten Temperaturen kann man sehen, dass wir unter Vollast
einen Unterschied von fast 12° Grad gemessen haben. Der Grund: Beim
Boxed Kühler wird der Passivkühler der Spannungswandler mitgekühlt und
steigt unter Vollast nie so hoch an. Beim Silencer ist der Passivkühler
bedeckt und kann so nicht optimal gekühlt werden.
Im übertakteten Zustand sind die
Temperaturen natürlich höher. Was uns beim boxed Kühler aufgefallen ist,
dieser ist ja Temperaturgeregelt, und auch im übertakteten Zustand der
Karte kamen wir nicht über 61° Grad unter Vollast. Bei rund 59° Grad
hörte man eine Beschleunigung des Lüfters, anscheinend war ein
Höchstwert für die nächste Drehzahlstufe erreicht, und die Temperatur
ging sofort runter auf 51°. Das ist der Vorteil dieses Kühlers.
Das ist bei Verwendung anderer Kühler
nicht der Fall. Diese drehen immer gleich schnell, weil sie selten
Temperaturgesteuert sind. Beim Silencer haben wir nicht nur den Umstand,
dass er den Kühler der Spannungswandler nicht mitkühlt, sondern auch
noch nebenbei zur Gänze abdeckt. Darüber hinaus dreht der Lüfter immer
mit der selben Drehzahl. Das bedeutet, im übertakteten Zustand kommt man
deutlich über 70° Grad. Was sagt uns das weiter? Auch schlecht gekühlte
Systeme können in den Genuss hoher Temperaturen kommen. Silent Systeme
sind immer gefragter. Je leiser der Rechner, umso besser. Selten stehen
da die zu hohen Temperaturen im Vordergrund.

Natürlich kann man auch in Verwendung mit
Wasserkühlung, speziell nur für die GPU, diesen Temperaturanstieg
beobachten. Das haben wir schon beim Overclock Versuch unserer 6800
Ultra bemerken müssen. Leider denkt man nicht an diese kleinen
empfindlichen Bauteile. Was hier aber nicht so schlimm ausgefallen ist,
weil der Passivkühler frei liegt und nie so hohe Temperaturen erreicht
hat, wie mit dem Silencer.
Auf jeden Fall solltet ihr beim übertakten
der Grafikkarte auch die Spannungswandler im Auge behalten. Ebenfalls
achten müsst ihr auf die Umrüstkühler, wie Silencer und ähnliche Kühler.
Es gibt zwar Hersteller wie Asus, die auf die 256 MB Karten der 7800 GTX
Silencer Kühler verbauen. Doch unter schlechten Umständen, wenn alle
negativen Aspekte, wie zu hohe Innentemperatur, schlecht oder nicht
gekühlte Komponenten aufeinander treffen, könnte das eurer Hardware
sicher schaden.
Eine Version später werden öfters Fehler
zugegeben, nur davon haben wir jetzt nichts. Es gab schon Kühler, zum
Beispiel einen Wasserkühler, der Spannungswandler einer 6800 Ultra
gekillt hat. Zum Zeitpunkt des Geschehens hat es der Hersteller
natürlich abgestrittenen. Die Nachfolgemodelle sind plötzlich ohne
zusätzliche Spannungswandlerkühlung! Seltsam, oder? Deswegen unser
Ratschlag, wenn schon Kühler umrüsten, dann immer alle Aspekte
betrachten!
Sollte nVidia zu diesem Thema noch ein
Statement abgeben, werden wir das gerne nachtragen.

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